ADULT HORROR: Program April 2014

les-yeux-sans-visage-1960

Eiszeit Kino Berlin: 4.4. um 22.00 Uhr / Cinema Münster: 10.4. um 22.45

THE INNOCENTS

Regie: Großbritannien 1961, 100 min, OV, R: Jack Clayton, D: Deborah Kerr, Michael Redgrave, Pamela Franklin, Martin Stephens

England, 19. Jahrhundert. Miss Giddens (Deborah Kerr) nimmt eine Stelle als Kindermädchen auf einem abgelegenen Landsitz an. Der Onkel der Kinder übergibt ihr die volle Verantwortung, seine einzige Bedingung: er möchte nicht behelligt werden. Zunächst läuft alles gut, doch nach einer Weile bemerkt die junge Miss seltsame Erscheinungen, erfährt von einer grässlichen Tragödie und beginnt, ihrer Umgebung zu misstrauen, allen voran den engelsgleichen Kindern Flora und Miles. Gediegen inszenierter und erstaunlich ambivalenter englischer „Kekshorror“, unter dessen viktorianischer Oberfläche das Begehren rumort. Nach der Kurzgeschichte „The Turn of the Screw“ von Henry James. Am Drehbuch arbeitete auch Truman Capote mit.

A classic film version of the classic horror story „The Turn of the Screw” by Henry James, who was inspired by Mary Ricketts account of the haunting of Hinton Abner, an Elizabethan mansion her family had acquired in January 1765 and left in 1771, “exhausted by a parade of inexplicable terrors” (Roger Clarke, A Natural History of Ghosts, 2012). A horrible mystery lies beneath the ghastly appearances of a dead man in a window and other sights which terrify the nervous Miss Giddens, a governess to the siblings Miles and Flora, who might have been turned into acolytes of evil by the wicked gardener Peter Quint.

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Eiszeit Kino Berlin: 11.4. um 22.00 Uhr / Cinema Münster: 17.4. um 22.45

CAT PEOPLE

USA 1982, 118 min, OV, R: Paul Schrader, D: Nastassja Kinski, Malcolm McDowell

Paul Schraders stylische Version des Jacques Tourneur-Klassikers verschärft das erotische Motiv der Katzenmenschen. Nastassja Kinski ist Irina Gallier, die nach langen Jahren bei Adoptiveltern ihren Bruder Paul (Malcolm McDowell) wieder trifft. Paul und Irina sind Katzenmenschen, die sich beim Sex in schwarze Panther verwandeln. Der Soundtrack von Giorgio Moroder, die virtuose Kamera, die manchmal an die traumhaften Farborgien von Dario Argento erinnern, McDowell Energie und Kinskis Verhuschtheit machen CAT PEOPLE zu einem der elegantesten Horrorfilme der 80er Jahre.

Paul Schrader´s CAT PEOPLE is not so much a remake of Jaqcues Tourneur´s classic as a modern re-imagining of its erotic motive. When Irina, who grew up with adoptive parents meets her brother Paul, he tries to lure her into an incestuous relationship. Irina learns that Paul has his reasons when she falls in love for the first time. As eighties as it gets, CAT PEOPLE is a confident filmmaker’s experiment in style.

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Eiszeit Kino Berlin: 18.4. um 22.00 Uhr / Cinema Münster: 24.4. um 22.45

LES YEUX SANS VISAGE

Frankreich 1960, 88 min, OmeU, R: Georges Franju, D: Pierre Brassuer, Alida Valli

LES YEUX SANS VISAGE erzählt von einem Chirurgen, der keine Mittel scheut um seiner entstellten Tochter, die nur unter eine Maske verborgen wagt, Menschen gegenüber zu treten, ein neues Gesicht zu verschaffen. Als einer der ganz großen Klassiker des französischen Horrorfilms, verbindet Franjus Film französischen poetischen Realismus, deutschen Expressionismus und eine harte Noir-Sensibilität. LES YEUX SANS VISAGE ist immer noch einer der schönsten und – in einer Sequenz, die nur aus Standfotos besteht – schockierendsten Horrorfilme.

The greatest masterpiece of French horror cinema, LES YEUX SANS VISAGE combines the poetic realism of Jean Vigo and Marcel Carné, the surreal visions of Jean Cocteau with a harsh documentary cruelty. Franju had shot a documentary about the meat factories before LES YEUX. His story about a scientist father trying to restore his daughter´s disfigured face never fails to amaze. Featuring the amazing beauty of Alida Valli, who has to hide her face behind a mask for most of the film.

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Eiszeit Kino Berlin: 25.4. um 22.00 Uhr / Cinema Münster: 1.5. um 22.45

PREVIEW: ENEMY

Kanada, Spanien 2013, 90 min, OmU, R: Denis Villeneuve, D: Isabella Rosseellini, Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent, Sarah Gadon

Verwirrender, aber sehr gut aussehender, Großstadt-Doppelgänger-Psychothriller von PRISONERS-Regisseur Denis Villeneuve. Jake Gyllenhaal spielt einen kanadischen Universitätsprofessor, der ein etwas ereignisloses Leben vor sich hin lebt – bis er eines Tages in einem Film einen Darsteller entdeckt, der genau so aussieht, wie er selbst. Er spürt den Doppelgänger auf, einen zwielichtigen Typen, der ein ungleich glamouröseres Leben zu führen scheint. Wikipedia behauptet: „Die Geschichte wird aus der Perspektive des Unterbewusstseins der Hauptfigur erzählt.“ Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.

Adam Bell, a professor for history in Toronto, leads a quiet if uninteresting life. One day he discovers that an extra in a movie he has rented looks exactly like him. He tracks the sleazily named Daniel Saint Claire down and confronts him. Each is intrigued by the other’s life and girlfriend. ENEMY is a very stylish and slightly confusing psycho thriller filmed in intriguingly muted images. A world perceived through smutty sunglasses in which nothing is certain. Are we dealing with schizophreniacs or metaphors or both? Who knows.

 

ADULT HORROR: Program March 2014

Levres_Rouge_2

Berlin, 7.3.2014 um 22 Uhr, Münster, 20.3.2014

Les lèvres rouges

Belgien, Frankreich, Deutschland 1971, 87 min., Französisch mit engl. UT, R.: Harry Kümel, D.: Delphine Seyrig, Andrea Rau, John Karlen, Danielle Ouimet,

Delphine Seyrig (L´ANNÉE DERRIÈRE Á MARIENBAD) ist die Vampirin Elisabeth von Báthory. Als sie vor einem Grand Hotel im verregneten Ostende aus ihrer Limousine steigt, tritt die Grande Dame der Nouvelle Vague so spektakulär auf den Plan wie die Femme Fatales des Film Noir, wenn diese je so dekadent sinnlich hätten sein dürfen. Es gibt keinen anderen erotischen Horrorfilm aus den siebziger Jahren, der auch nur annähernd an die Intensität von BLUT AN DEN LIPPEN heran reicht. Die Atmosphäre ist verregnet wie in den Bandes dessinées von Jacques Tardi, die Beziehungen sind pervers, Blut und Lust beherrschen die Szene. Madame von Báthory regiert.

Vampire movies don‘t come more sensuous than this Belgian offering from 1971. Elisabeth de Báthory (Delphine Seyrig) – glamourous, dangerous, ageless, attracted and attractive to either sex – descends on an Ostende luxury hotel in the off season and works her spell.

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Berlin, 14.3.2014 um 22 Uhr, Münster, 27.3.2014

The Medusa Touch

Großbritannien, Frankreich 1978, 105 min. OV (Englisch), R.: Jack Gold, D.: Richard Burton, Lee Remick, Lino Ventura,

 

Richard Burton ist das Böse. Dass er bereits in der ersten Szene von THE MEDUSA TOUCH halb totgeschlagen wird, hindert ihn nicht daran, allein mit der Kraft seiner Gedanken globale Zerstörung heraufzubeschwören. Lee Remick als Psychiaterin und Lino Ventura als Euro-Austausch-Kommissar tun ihr bestes, um das Schlimmste zu verhindern. Eher ein atmosphärischer Thriller als eine Schlachteplatte, aber gegen Burtons Präsenz kann eh kein Kunstblut ankommen. Einer der Höhepunkte ist seine Rede über die Wertlosigkeit der Welt. Kein klassischer Horror aber ein skurriler, exzellent geschauspielerter Film, der schon lange ein Klassiker sein sollte.

Richard Burton should be dead, but that doesn‘t seem to stop his evil mind from wreaking havoc. THE MEDUSA TOUCH might feel more like a crime story than a horror movie, but is well done, extremely amusing and based on a terrific premise.

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Berlin, 21.3.2014 um 20.15 Uhr, Münster, 6.3. und 13.3.2014

 

Riget

Dänemark, Frankreich, Schweden, Deutschland 1995, 280 min. OmeU, R.: Lars von Trier, D.: Ernst-Hugo Järegård, Kirsten Rolffes, Ghita Nørby, Udo Kier

Lars von Triers bahnbrechende Fernsehserie RIGET (aka THE KINGDOM aka HOSPITAL DER GEISTER) aus den frühen 90ern verbindet Dogma-Ästhetik, Krankenhausserie, schwarze Komödie und Horror zu einem Gesamtkunstwerk und spielt zudem an einem realen Ort. Auf der neurochirurgischen Abteilung im königlichen Reichskrankenhaus Kopenhagen treffen der schwedische Oberarzt und Choleriker Stig Helmer, der völlig überforderte Chefarzt Moesgaard, die zähe Spiritistin Frau Drusse, sanftmütige und korrupte Pfleger, renitente Patienten und der Geist eines kleinen Mädchens aufeinander. Da hilft auch die „Operation Morgenluft“ nichts. Wir zeigen die aberwitzige – und sehr grobkörnige -  komplette erste Staffel (280 min.). Eintritt:  9/8 Euro.

In the early 90s notorious Danish auteur Lars von Trier fused a hospital series set in Kopenhagen‘s „Reichshospital“ (aka Riget) with horror, comedy and low-fi Dogma aesthetics to great effect.  Hilarious AND unsettling. We screen the complete first season (280 min!). Admission:  9/8 Euro.

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Berlin, 28.3.2014 um 22.30 Uhr, Münster, 3.4.2014

 

The Crazies

USA 1973, 103 min. OV (Englisch), R.: Georges A. Romero, D.: Lane Carroll, Will MacMillan, Harold Wayne Jones

Sie begannen etwas, das sie nicht aufhalten können. THE CRAZIES!!! Etwas, das verblödet, etwas, das erregt, etwas, das brutalisiert! Wahnsinn, durch menschliches Versagen freigesetzt! THE CRAZIES!!! Können sie es zähmen bevor die Zeit abläuft? Eine kleine Stadt wird zu einem gewaltigen Schlachthof. Evan City muss unter Quarantäne bleiben – oder eingeebnet werden. 3614 Menschen sitzen in der Falle eines unbekannten Feindes. Fünf sind auf der Flucht. Gelingt ihnen die Flucht vor dem sich ausbreitenden Wahn von THE CRAZIES??? – Originaltrailer. Romeros ohne Zombies, aber genauso gut.

Georges A. Romero without Zombies. Well, almost. Set free by a military plane crash, a chemical agent turns the people of a small town into THE CRAZIES. The military puts the whole city under quarantine, but five people are trying to escape.

ADULT HORROR: Program February 2014

TetsuoTheIronMan89Eiszeit Kino Berlin, Freitag, 7.2. 22.30 / Cinema Münster, Donnerstag, 13.2.

Tetsuo: Iron Man

Japan 1989, 77 min. , OmeU

R.: Shinya Tsukamoto, D.: Tomorowo Taguchi, Kei Fujiwara, Shinya Tsukamoto

Tetsuo ist ein irres Wunder, eigentlich ein Experimentalfilm auf 16mm, der in den 90er Jahren zu einem der legendärsten Kultfilme aufstieg. Vermutlich war sogar der Text von Nirvanas „Smells like Teen Spirit“ von einem Telefongespräch in TETSUO: IRON MAN inspiriert, das nur aus „Hello“ besteht. Der Plot:  Ein Büroangestellter verletzt einen Metallfetischisten mit dem Auto und verwandelt sich daraufhin selbst zu einer Mischung aus Mensch, Auto und Killermaschine. Metallpenisse dringen in Körperöffnungen ein. Schließlich wird die Welt zerstört.

Technological madness in grainy black and white.  The fetishist tries a new metal implant. Worms eat his legs. Telephone Communication reduced to the max. Hello hello hello hello. Office workers turn to killer machines. Penises turn to power drills. The destruction of the world is imminent. Expect to be disturbed. One of the most WTF films in horror/sci-fi history.

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Am Freitag den 14.2. gibt es ausnahmsweise keinen Horror in Berlin. Die Berlinale findet auch im Eiszeit-Kino statt.

There is no ADULT HORROR screening on Feb 14. The Berlin Film Festival screens some films at Eiszeit-Kino that Friday. Sorry, friends.

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Eiszeit Kino, Berlin, Freitag, 21.2. , 22.30/ Cinema Münster, Donnerstag, 27.2.

Re-Animator

USA 1985, 85 min., OV

R.: Stuart Gordon, D.: Jeffrey Combs, Bruce Abbott, Barbara Crampton

Das Serum, mit dem Stuart Gordons Re-animator Tote zu einer Art von Leben erweckt, ist so neongelbgrün, wie es in den 80er Jahren sonst nur Aerobic-Leggins und McDonalds-Filialen waren. Dass es bei einem solchen schon ästhetisch zweifelhaften Projekt nur ein Massaker geben kann, versteht sich von selbst. Der RE-ANIMATOR serviert eine vollkommen überdrehte Horror-Komödie mit untoten lobotomierten Uni-Dekanen und sprechenden Köpfen auf blutigen Edelstahltabletts.

Herbert West is a strange young man with a passion for life, especially for bringing it back in dead people. Stuart Gordon´s RE-ANIMATOR brings you the lobotomized love of undead fathers, the ambition of disembodied heads and many other feats of depraved fun.

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Eiszeit Kino, Berlin, Freitag, 28.2. 22.30/ Cinema Münster, Donnerstag, 20.2.

Psycho

USA 1960, 110 min., OV

R.: Alfred Hitchcock, D.: Janet Leigh, Vera Miles, Anthony Perkins

„Ich habe vorgeschlagen, dass man Psycho von Anfang an sieht. Tatsächlich ist das mehr als eine Empfehlung. Es ist verpflichtend. Wir werden Ihnen nicht gestatten, sich selbst zu betrügen. Sie müssen PSYCHO von Anfang an sehen. Erwarten Sie daher nicht, nach dem Beginn der Vorführung Einlass in das Kino zu erhalten. Wir werden niemanden verspätet einlassen – und damit meinen wir absolut niemanden – auch nicht den Bruder des Kinobetreibers, den Präsident der Vereinigten Staaten oder die Königin von England (Gott schütze sie)! Diese Vorschrift dient dazu, dass Sie PSYCHO besser genießen können. Wir haben wirklich nur Ihr Vergnügen im Sinn.“ – Alfred Hitchcock

A digitaly restored version of the first modern, indie horror movie. A secretary embezzles money from her employer and leaves town. She worries about being followed and has second thoughts on her crime. Eventually she stops in a small motel just off the highway… You know the score.

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