ADULT HORROR: Program June 2014

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Berlin, Eiszeit Kino, Freitag 6. Juni, 22.00 Uhr

BROTHERHOOD OF SATAN & THX 1138

USA 1971, 92 min., R. Bernard McEveety, D.: Strother Martin, L.Q. Jones, Charles Bateman, OV

USA 1971, 86 min., R.:George Lucas, D.: Robert Duvall, Donald Pleasence, Don Pedro Colley, OV

1971 wurden BROTHERHOOD OF SATAN und George Lukas´ dystopischer Sci-Fi-Film THX 1138 im Doppelpack an Drive-ins vermietet. Wir präsentieren also das historische Double Feature mit dem halb vergessen Horrorfilm über eine Familie, die die Überreste eines furchtbaren Autounfalls entdeckt, in der nächsten Stadt aber sehr unfreundlich begrüßt werden. Niemand kann die Stadt verlassen, Menschen sterben, Kinder verschwinden. Eine satanistische Sekte mit einem teuflischen Plan treibt ihr unheiliges, aber ziemlich pfiffiges Unwesen.

Take a trip back to 1971, when THE BROTHERHOOD OF SATAN was marketed as a double bill with George Lucas´ THX 1138. We recreate this historic double feature, with the great forgotten BROTHERHOOD OF SATAN about a family trapped in a town which is controlled by a clan of evil devil worshippers with a great wicked plan. Meanwhile, people are dying and children disappear. Plus: George Lucas´ tale of an emotionless society. After this “…if you feel you are not properly sedated, call 348-844 immediately. Failure to do so may result in prosecution for criminal drug evasion.”

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Berlin, Eiszeit Kino, Freitag 13.6., 22.00 Uhr

DEAD OF NIGHT (1945)

GB 1945, 104 min, OV, R: Basil Dearden, Robert Hamer, Alberto Cavalcanti und Charles Crichton, D: Michael Redgrave, Mervyn Johns, Mary Merral,Frederick Valk, Roland Culver, OV

Als der Architekt Walter Craig (Mervyn Johns) im Landhaus eines seiner Kunden ankommt, erwartet ihn dort eine Gesellschaft, die ihm seltsam bekannt vorkommt – die Szenerie entspricht exakt einem immer wiederkehrenden Traum. Nach und nach beginnen die Anwesenden von eigenen übernatürlichen Erlebnissen zu erzählen – von einem rachsüchtigen Golfer, einem gefährlichen Spiegel und einer bösartigen Bauchrednerpuppe – und es entspinnt sich eine der ersten und immer noch eine der besten Horroranthologien der Filmgeschichte. Die fünf Geschichten von vier Regisseuren (Basil Dearden, Robert Hamer, Alberto Cavalcanti und Charles Crichton) fügen sich nahtlos zu einem Ganzen zusammen. Gepflegter, immer noch erstaunlich effektiver englischer Grusel-Klassiker.

When architect Walter Craig (Mervyn Johns) arrives at the country house of a client he is greeted by a company that seems oddly familiar – he has met all of them before in a recurring nightmare. As each of the guests recounts a tale of the supernatural one of the alltime best horror anthologies unfolds. We learn about a dangerous mirror, a vindictive dead golfer and an evil ventriloquist’s dummy. Many of the five stories by four directors (Basil Dearden, Robert Hamer, Alberto Cavalcanti und Charles Crichton) have become classics in their own right but the anthology works smoothly as a whole. A classic of British cinema and a must see for lovers of a good ghost story.

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Berlin, Eiszeit Kino, Freitag 20.6, 22.00 Uhr

28 DAYS LATER

GB 2002, R.: Danny Boyle, D.: Cillian Murphy, Naomie Harris, Christopher Eccleston

Tierrechtsaktivisten befreien eine Gruppe Affen aus einem Labor. Die Tiere greifen die Aktivisten sofort an – Sie sind mit einem Wutvirus infiziert. 28 Tage später erwacht Jim im Krankenhaus aus einem Koma. Das Krankenhaus, und anscheinend ganz London sind menschenleer, überall liegen Leichen. Als Jim eine Kirche betritt, greifen ihn wutrasende Gestalten an. Er wird durch die Straßen gejagt und von zwei Überlebenden gerettet, die ihm erklären, was in den letzten Wochen geschehen ist. Gemeinsam fliehen sie vor den rasenden Untoten, die mit dem Wutvirus infiziert wurden.

Animal rights activists free a group of infected apes from a laboratory. The Apes immediately attack their liberators. 28 days later, a man, Jim, awakes from a coma in a London hospital. Noone sems to be alive in the hospital anymore, and neither in the rest of London. When Jim steps into a church, he is attacked by a group of infected people in a mad rage. Two survivors rescue him and together they try to escape from the mad undead.

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Berlin, Eiszeit Kino, Freitag 27.6., 22.00 Uhr

THE STRANGERS

USA 2008, 86 min., R.: Bryan Bertino, D.: Scott Speedman, Liv Tyler, Gemma Ward, OV

Was in YOU´RE NEXT (2011) zum satirischen Spaß wird, ist in THE STRANGERS bitterer und extrem spannender Ernst. Ein Paar wird in einem Ferienhaus mitten in der Nacht von drei maskierten Personen angegriffen. Was die Angreifer wollen, ist völlig unklar. As folgt, ist ein Kampf auf Leben und Tod.

A very serious and very suspenseful take on the home invasion subgenre. A couple´s summer home is attacked by a group of masked strangers. Attention to detail and Liv Tylers intense performance make THE STRANGERS into an exciting and scary experience.

ADULT HORROR: Program May 2014

2012 07 31   10 29 44 PM WSEiszeit Kino Berlin, 2. Mai, 22.00 Uhr

The Night of the Hunter

USA 1955, R.: Charles Laughton, Robert Mitchum D.: Robert Mitchum, Shelley Winters, Lillian Gish, 93 min., OmU

Der schönste Film des American Gothic ist stark vom deutschen Expressionismus geprägt. Mitchum spielt den Prediger, der Witwen tötet um an ihr Geld zu kommen, wie Gott es ihm befohlen hat. Die Kinder fliehen den Fluss hinab, der Prediger folgt ihnen. Stummfilmstar Lillian Gish ist die Großmutter aller Verlorenen. Sie hat ein altes Gewehr. Kann sie das Böse aufhalten?

One of the most beautiful examples of American Gothic THE NIGHT OF THE HUNTER is an homage to silent cinema and German expressionism in particular. Robert Mitchum is the evil preacher with the LOVE/HATE tattoo on his knuckles. He kills widows to get their money and because God told him to. The children escape down the river until they meet Rachel Cooper (Lillian Gish), grandmother of the damned. She faces the preacher armed with bible verses and an old shotgun.

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Eiszeit Kino Berlin, 9. Mai, 22.00 Uhr

Ms. 45

USA 1981, R.: Abel Ferrara, B.: Zoë Lund, D.: Zoë Lund, Bogey, Albert Sinkys, 80 min. OV

Abel Ferraras radikaler Rape and Revenge-Film mit Zoë Lund, die später das Drehbuch zu BAD LIEUTENANT schrieb. Lund ist Thana, eine stumme Büglerin in einer schäbigen Näherei. Nachdem sie mehrmals vergewaltigt wird, beginnt sie einen Rachefeldzug. Thana macht Jagd auf Männer.

 

„Es war vier Uhr morgens. Central Park im Regen. Ich kam aus dem dunklen, steinernen Tunnel. Sah den Springbrunnen, direkt vor mir. Mein dunkelblaues Kleid hatte einen Schlitz bis zur Hüfte. Ich fühlte den feuchten Wind auf meinen Oberschenkeln. Die Männer, sechs von ihren, kamen aus der Nacht. Auf der Suche nach mir. Aber ich hatte sie gefunden. Sie bauten sich im Kreis um Thana auf, um mich, im dunkelblauen Kleid mit dem hohen, hohen Schlitz. Und sie lachten ihre letzten Lachen. „Schlampe“, sagte einer. Ich dachte, ich hätte einen anderen “Fotze” sagen hören. Die 45er war in meiner Handtasche. Damen haben Handtaschen. Ich zog, wirbelte herum, zielend, und mähte sie um. Einen nach dem Anderen. Sechs. Für einen sechsschüssigen Revolver. Automatik.” – Zoë Lund

 

“It was 4:00 AM. Deep Central Park in the rain. I emerged from the dark, stone tunnel. Saw the fountain, dead ahead. My dark blue dress was slit to the hip. I felt wet wind on my thighs.

The men, six of them, came from the night. Looking for me. But I had found them. They formed a ring around Thana, me, in the dark blue dress with the high, high slit. And they laughed their last laughs. “Bitch”, one said. I thought I heard another say, “Pussy”.

The .45 was in my pocketbook. Ladies have pocketbooks. I drew, spun round, aiming, and cut them down. One by one. Six. For a six-shooter. Me. Automatic.” – Zoë Lund

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Eiszeit Kino Berlin, 16. Mai, 22.00 Uhr

Preview: Here comes the Devil

Mexiko/USA 2012, R, Adrián García Bogliano, D.: Laura Caro, Francisco Barreiro, Michele Garcia, 97 min., Spanisch mit engl. UT

Einer der ungewöhnlichsten Horrorfilme der letzten Jahre. Ein Geschwisterpaar spielt auf einem Berg, entdeckt eine Höhle und verschwindet. Die Eltern sind entsetzt. Ein paar Tage später tauchen die Kinder wieder auf, sind aber seltsam verändert. Sind sie traumatisiert? Die Panik der Eltern hat furchtbare Folgen. Trotz einiger gewalttätiger Szenen ist HERE COMES THE DEVIL eher ein langsamer, unheimlicher Film in der Tradition von Picnic at Hanging Rock und VILLAGE OF THE DAMNED.

The American horror mag FANGORIA was so enthusiastic about HERE COMES THE DEVIL that we just had to check it out. We were immediately captured by this creepy picture which has a great plot, slow building suspense, a fantastic atmosphere and perfect timing. Two children, brother and sister go missing on a family outing. They return eventually but seem strangely changed. The parents´ panic leads to horrible events.

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Eiszeit Kino Berlin, 23. Mai, 22.00 Uhr

Four Flies on Grey Velvet

I 1971, R: Dario Argento, D.: Michael Brandon, Mimsy Farmer, Jean-Pierre Marielle, M.; Ennio Morricone, 104 min., English Version.

Dario Argentos “verlorener” Film war jahrzehntelang wegen eines Rechtsstreits nicht verfügbar, hatte aber deshalb Kultstatus erworben. FOUR FLIES ist aber tatsächlich ein toller Film, ein Giallo, in dem sich permanent die Realitätsebenen zu verschieben scheinen. Roberto, Drummer in einer Rockband, wird von einem seltsamen Mann im schwarzen Anzug verfolgt. Als Roberto ihn zur Rede stellen will, flieht der Mann in ein leeres Theater. Der Mann zieht ein Messer, Roberto ersticht ihn aus Versehen und wird dabei von einer Gestalt in einer bizarren Maske fotografiert. Die Musik von Ennio Morricone passt ausgezeichnet zu den alptraumhaften Bildern.

Dario Argento´s early “lost” masterpiece, a giallo with supernatural leanings and Argento´s trademark shift between the real and the imaginary. A drummer in a rockband is lured into a theatre, where he kills a man and is photographed by something that looks like a mute ventriloquist´s puppet. Nightmarish images abound. A Woman is chased through a labyrinth. Excellent Music by Ennio Morricone.

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Eiszeit Kino Berlin, 30. Mai, 22.00 Uhr

Society                                                        

USA 1989, R.: Brian Yuzna, D.: Billy Warlock, Devin DeVasquez, Evan Richards, 99 min. OmU

Bill findet seine Familie irgendwie seltsam. Er findet keinen Draht zu der “besseren Gesellschaft”, in der sich seine Eltern und seine Schwester bewegen. Erst auf einer Party findet er heraus, dass die Reichen monströser sind, als er sich ausgemalt hatte. SOCIETY beginnt wie eine Teenie-Seifenoper, wird dann zum Paranoia-Thriller und endet in einer Effektorgie, surrealistisch designt von Screaming Mad George, der seinen Namen nicht zu Unrecht trägt.

Bill, a teenage nice guy feels uncomfortable with his rich parents. They seem somehow detached and unemotional. There is something wrong about his sister, too. Not until Bill stumbles into a party turned orgy with wealthy guests from the SOCIETY does he find out that the rich are a lot more monstrous than he imagined. Special effects brought to you by Screaming Mad George, who does not carry his name for nothing.

 

ADULT HORROR: Program April 2014

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Eiszeit Kino Berlin: 4.4. um 22.00 Uhr / Cinema Münster: 10.4. um 22.45

THE INNOCENTS

Regie: Großbritannien 1961, 100 min, OV, R: Jack Clayton, D: Deborah Kerr, Michael Redgrave, Pamela Franklin, Martin Stephens

England, 19. Jahrhundert. Miss Giddens (Deborah Kerr) nimmt eine Stelle als Kindermädchen auf einem abgelegenen Landsitz an. Der Onkel der Kinder übergibt ihr die volle Verantwortung, seine einzige Bedingung: er möchte nicht behelligt werden. Zunächst läuft alles gut, doch nach einer Weile bemerkt die junge Miss seltsame Erscheinungen, erfährt von einer grässlichen Tragödie und beginnt, ihrer Umgebung zu misstrauen, allen voran den engelsgleichen Kindern Flora und Miles. Gediegen inszenierter und erstaunlich ambivalenter englischer „Kekshorror“, unter dessen viktorianischer Oberfläche das Begehren rumort. Nach der Kurzgeschichte „The Turn of the Screw“ von Henry James. Am Drehbuch arbeitete auch Truman Capote mit.

A classic film version of the classic horror story „The Turn of the Screw” by Henry James, who was inspired by Mary Ricketts account of the haunting of Hinton Abner, an Elizabethan mansion her family had acquired in January 1765 and left in 1771, “exhausted by a parade of inexplicable terrors” (Roger Clarke, A Natural History of Ghosts, 2012). A horrible mystery lies beneath the ghastly appearances of a dead man in a window and other sights which terrify the nervous Miss Giddens, a governess to the siblings Miles and Flora, who might have been turned into acolytes of evil by the wicked gardener Peter Quint.

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Eiszeit Kino Berlin: 11.4. um 22.00 Uhr / Cinema Münster: 17.4. um 22.45

CAT PEOPLE

USA 1982, 118 min, OV, R: Paul Schrader, D: Nastassja Kinski, Malcolm McDowell

Paul Schraders stylische Version des Jacques Tourneur-Klassikers verschärft das erotische Motiv der Katzenmenschen. Nastassja Kinski ist Irina Gallier, die nach langen Jahren bei Adoptiveltern ihren Bruder Paul (Malcolm McDowell) wieder trifft. Paul und Irina sind Katzenmenschen, die sich beim Sex in schwarze Panther verwandeln. Der Soundtrack von Giorgio Moroder, die virtuose Kamera, die manchmal an die traumhaften Farborgien von Dario Argento erinnern, McDowell Energie und Kinskis Verhuschtheit machen CAT PEOPLE zu einem der elegantesten Horrorfilme der 80er Jahre.

Paul Schrader´s CAT PEOPLE is not so much a remake of Jaqcues Tourneur´s classic as a modern re-imagining of its erotic motive. When Irina, who grew up with adoptive parents meets her brother Paul, he tries to lure her into an incestuous relationship. Irina learns that Paul has his reasons when she falls in love for the first time. As eighties as it gets, CAT PEOPLE is a confident filmmaker’s experiment in style.

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Eiszeit Kino Berlin: 18.4. um 22.00 Uhr / Cinema Münster: 24.4. um 22.45

LES YEUX SANS VISAGE

Frankreich 1960, 88 min, OmeU, R: Georges Franju, D: Pierre Brassuer, Alida Valli

LES YEUX SANS VISAGE erzählt von einem Chirurgen, der keine Mittel scheut um seiner entstellten Tochter, die nur unter eine Maske verborgen wagt, Menschen gegenüber zu treten, ein neues Gesicht zu verschaffen. Als einer der ganz großen Klassiker des französischen Horrorfilms, verbindet Franjus Film französischen poetischen Realismus, deutschen Expressionismus und eine harte Noir-Sensibilität. LES YEUX SANS VISAGE ist immer noch einer der schönsten und – in einer Sequenz, die nur aus Standfotos besteht – schockierendsten Horrorfilme.

The greatest masterpiece of French horror cinema, LES YEUX SANS VISAGE combines the poetic realism of Jean Vigo and Marcel Carné, the surreal visions of Jean Cocteau with a harsh documentary cruelty. Franju had shot a documentary about the meat factories before LES YEUX. His story about a scientist father trying to restore his daughter´s disfigured face never fails to amaze. Featuring the amazing beauty of Alida Valli, who has to hide her face behind a mask for most of the film.

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Eiszeit Kino Berlin: 25.4. um 22.00 Uhr / Cinema Münster: 1.5. um 22.45

PREVIEW: ENEMY

Kanada, Spanien 2013, 90 min, OmU, R: Denis Villeneuve, D: Isabella Rosseellini, Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent, Sarah Gadon

Verwirrender, aber sehr gut aussehender, Großstadt-Doppelgänger-Psychothriller von PRISONERS-Regisseur Denis Villeneuve. Jake Gyllenhaal spielt einen kanadischen Universitätsprofessor, der ein etwas ereignisloses Leben vor sich hin lebt – bis er eines Tages in einem Film einen Darsteller entdeckt, der genau so aussieht, wie er selbst. Er spürt den Doppelgänger auf, einen zwielichtigen Typen, der ein ungleich glamouröseres Leben zu führen scheint. Wikipedia behauptet: „Die Geschichte wird aus der Perspektive des Unterbewusstseins der Hauptfigur erzählt.“ Vielleicht, vielleicht aber auch nicht.

Adam Bell, a professor for history in Toronto, leads a quiet if uninteresting life. One day he discovers that an extra in a movie he has rented looks exactly like him. He tracks the sleazily named Daniel Saint Claire down and confronts him. Each is intrigued by the other’s life and girlfriend. ENEMY is a very stylish and slightly confusing psycho thriller filmed in intriguingly muted images. A world perceived through smutty sunglasses in which nothing is certain. Are we dealing with schizophreniacs or metaphors or both? Who knows.